Feldsalat / Rapunzelsalat ‚Dunkelgrüner Vollherziger‘ (Valerianella locusta) Bio

FeldsalatSie halten ein Tütchen ‚kleines grünes Wunder‘ in Händen. Der Feldsalat gehört zu den ganz alten Nutzpflanzen des Menschen und ist eine der wenigen Kulturpflanzen aus Europa. Man vermutet, dass bereits während der Jungsteinzeit sein Saatgut als ‚Verunreinigung‘ von Getreidesaatgut aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa gelangte. Da Feldsalat sehr gut bei niedrigen Temperaturen keimt, breitete er sich gerne nach der Ernte im Herbst auf den Feldern aus und wurde dann als ‚Wildkraut‘ gesammelt und gegessen. Vermutlich geht der Name auf genau dieses Phänomen zurück. Man kennt Feldsalat allerdings unter einigen weiteren Namen wie Ackersalat, Rapunzelsalat, Vogerlsalat, Nüsslisalat oder auch Nusserl.

Diese Pflanze ist gänzlich unkompliziert was Anbau, Ernte und Zubereitung angeht. Man kann sie ganzjährige anbauen, sie keimt leicht, braucht wenig Pflege und gedeiht tatsächlich auch hervorragend im Balkonkasten, wenn man keinen Garten zur freien Verfügung hat. Die kleinen, grünen Blattrosetten sind meistens bereits nach 6-8 Wochen pflückreif und können ständig nachgesät werden, so dass immer für Nachschub gesorgt werden kann.

So erfreut sich der Feldsalat auch größter Beliebtheit mit seinem angenehmen, frischen und leicht nussigen Geschmack, denn er ist eine echte Vitaminbombe für die kalte, karge Jahreszeit. Besonders reich an Vitamin C und A, ist er ein wahres Wundermittel im Kampf gegen Winter-Blues und Frühjahrsmüdigkeit. Bedeckt man die zarten Pflänzchen während der frostigen Wintermonate mit einem einfachen, leichten Wintervlies, kann tatsächlich auch dann noch regelmäßig frisch geerntet werden.

Tipps & Tricks für den Anbau:

Feldsalat keimt bereits bei Temperaturen ab +5°C, doch dann wird dieses auch ein bißchen dauern. Idealerweise sollte die Durchschnittstemperatur für die Keimung eher bei +15-18°C und dann keimen die Samen normalerweise innerhalb von 8-14 Tagen. Beste Monate für die Aussaat im Freien wären also März / April und August / September. Im Haus kann ganzjährig auf der Fensterbank in Töpfen und Kästen vorgezogen werden. Man sollte allerdings wissen, dass Feldsalat ab Temperaturen von +20°C bereits schlechter keimt und ab +28°C die Keimung einstellt. Zu warm ist also keine gute Idee.

Feldsalat

Befüllen Sie Ihren Topf oder Balkonkasten am besten mit Anzuchtserde. Diese findet man in Baumärkten und Gärtnereien auch als Aussaaterde oder Kräutererde. Alle diese Varianten zeichnen sich dadurch aus, dass sie eher nährstoffarm sind und genau so einen mageren Boden mag der Feldsalat. Die Erde gut andrücken und dann schon einmal reichlich befeuchten. Im Ergebnis sollte der Boden wirklich feucht sein, aber nicht so nass, dass man ihn ausdrücken kann. Anschließend die Samen entweder in Reihen oder auch breitwürfig auf der Erde verteilen, leicht andrücken und eventuell noch einmal vorsichtig mit einem Handsprüher befeuchten. Feldsalat gehört nämlich zu den Lichtkeimern und sollte daher nicht mit Erde bedeckt werden. Bis zur Keimung sollte nun nicht mehr gegossen werden, damit die Samen nicht verschlemmt werden. Trotzdem muss die Erde immer feucht sein. Deswegen ist es bis zur Keimung sinnvoll, wenn man das Pflanzgefäß mit einer durchsichtigen Folie abdeckt oder eine transparente Plastiktüte darüber zieht, Diese Maßnahme erhält die Feuchtigkeit im Boden und sorgt zusätzlich für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit. Auch dieses begünstigt die Keimung der Samen. Meistens wird viel zu dicht gesät, was zur Folge hat, dass die Rosetten eher klein bleiben und sich die unteren Blättchen gelb verfärben. Ein Abstand von mindestens 5-8 cm wäre wichtig.

Wenige Tage nach der Keimung, wenn die ersten Blättchen sichtbar werden, können die Pflanzen deutlich kühler gestellt werden und man kann die Abdeckung dann auch guten Gewissens entfernen.

Ernte & Verarbeitung

Je nach Aussaatzeitpunkt dauert die Reifezeit . Im Frühjahr ausgesät, kann bereits nach 5-7 Wochen mit der Ernte begonnen werden. Bei Überwinterungsanbau eher erst nach 18 Wochen. Wenn Sie immer nur die obersten frischen Blätter einzeln abzupfen, so wächst der Feldsalat beständig weiter und kann über einen längeren Zeitraum geerntet werden. Man hat dann aber wirklich nur die einzelnen sehr kleinen Blättchen. Möchte man die ganze Rosette ernten, so schneidet man diese vorsichtig direkt am Wurzelansatz ab. Die Blättchen fallen bei der Methode nicht auseinander und können nun im ganzen gewaschen werden.

Feldsalat sollte am besten direkt vor dem Verzehr geerntet werden. Gründlich unter kaltem Wasser waschen, da sich gerne Sandkörner am Ansatz der Blattrosette sammeln. Hinterher gut abtrocknen. Die abgeschnittenen Rosetten halten sich bei guter Lagerung nur für 1-2 Tage und verlieren vor allem schnell ihre wichtigen Inhaltsstoffe.

Feldsalat-Kulinarik

Besonders lecker ist Feldsalat als grüner Salat mit einer einfachen Vinaigrette. Sein nussiges Aroma lässt sich sehr kreativ mit den unterschiedlichsten Zutaten kombinieren. Man kann ihn zu Pesto verarbeiten und dann wunderbar mit Pasta oder zu Suppen kombinieren. Natürlich ist Feldsalat auch eine gute Zutat für Green Smoothies oder wie wäre es mit einem Feldsalat-Lassi?!
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