Borretsch (Borago officinalis) Bio

Adventskalender-Tag-02Borretsch (Borago officinalis), -auch die Schreibweise Boretsch kommt vor-, wird auch als Gurken-oder Kukumerkraut bezeichnet und gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die als Gewürz- und Heilpflanze verwendete, ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze, wird etwa seit dem 13. Jahrhundert in Mitteleuropa kultiviert und zählt daher zu den eigentlich nicht indigenen Pflanzen, wird aber mittlerweile als heimisch betrachtet und daher zu den Archäophyten gezählt.

Für die bei uns gebräuchliche Bezeichnung Borretsch gibt es viele differierende Herkunftsdeutungen. Manche leiten vom lateinischen Wort borra ab, andere behaupten, der Name stamme vom arabischen abu r-rach = „Vater des Schweißes“ ab, wegen der volksmedizinisch bekannten schweißtreibenden Wirkung des Borretsch.

Der bei uns gelegentlich verwendete Name Gurkenkraut kommt wohl vom charakteristischen Gurkengeschmack der Blätter. Weitere verbreitete Bezeichnungen sind: Herzfreude, Liebäuglein, Wohlgemutsblume, Augenzier, Barasi, Blauhimmelstern, Herzblümlein, Kukumerkraut, u.v.a.
Englische Namen sind: Beebread, Bugloss, Borage, Burrage, Starflower, …

Borretsch ist eine einjährige krautige Pflanze mit Wuchshöhen bis zu 70 Zentimetern. Stängel und Blätter sind borstig behaart. Die dunkelgrünen Laubblätter sind bei einer Länge von 10 bis 15 Zentimetern lanzettenförmig bis oval.

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September. Die Kronblätter sind anfangs rosafarben und färben sich erst später leuchtend blau. Es gibt auch Borretschsorten mit weißen Blüten. Bienen und Hummeln lieben diese Blüten, die auch für den Menschen essbar sind und sehr gerne als Eyecatcher in Salaten und auf Süssspeisen verwendet werden.

Tipps & Tricks für den Anbau:

 

Das Saatgut kann von April bis Juni direkt ins Freiland ausgesät werden. Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte mit durchlässigen, aber gerne feuchten Böden, denn Trockenheit und Standortwechsel sind sein größter Feind. Für die Topfkultur bitte große und hohe Töpfe auswählen, da Borretsch mit der Zeit eine Pfahlwurzel mit einem recht üppigen Wurzelballen ausbildet.

borretschbluetenAls Dunkelkeimer ca. 1-2 cm tief aussäen, gut mit Erde bedecken und einen Pflanzabstand von 7-10 cm einplanen. Ansonsten ist Borretsch sehr unkompliziert. Er ist frostempfindlich und nicht winterhart, sät sich allerdings sehr gerne selbst aus und kommt im nächsten Jahr wieder. Bei Vorkultur im Haus sollten Sie deswegen beachten, dass die jungen Pflanzen erst nach den letzten Frösten Mitte Mai ins Freie umziehen dürfen.

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Ernte & Verarbeitung

Borretsch ist sehr unkompliziert: Für die Küche kann man die Blätter und Blüten während der gesamten Vegetationszeit jederzeit frisch ernten.

Borretsch-Kulinarik

Die behharten Blätter und die wunderschönen Blüten des Borretsch haben einen leicht säuerlichen, erfrischenden Geschmack, der sehr an den von Gurken erinnert. Die Blätter können kleingehackt als Salat- oder auch Suppenbeigabe in Süssspeisen und Gemüsegerichten verwendet werden. Eine Nutzung als Spinat ist möglich. Es ist jedoch bekannt, dass Borretsch höhere Anteile an Pyrrolizidinalkaloiden enthalten kann. Diese Alkaloide haben möglicherweise bei langfristigen oder hohem und häufigen Konsum leberschädigende Wirkungen. Aus diesem Grund nutzt man meistens Blätter und Blüten eher zum Würzen oder Dekorieren. Kleingehackte Blätter im Gurkensalat, im Kräuterquark uder einfach nur auf ein Butterbrot gestreut sind ein echter Sommergenuss.
Tatsächlich kann man Borretschblätter auch zum Würzen von Kaltgetränken verwenden. In Großbritannien sind sie gerne genutzt als geschmacksgebender Bestandteil von Dry Gin.

Kandiert man die Blüten, sind sie eine wunderschöne Dekoration für Torten, Kuchen und andere süsse, kulinarische Genüsse.

Hier ein paar tolle Rezeptideen:

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