Heute ist der Tag der heiligen Barbara: Wenn man heute frische Kirschzweige vom Baum schneidet und sie im Haus in die Vase stellt, besteht die Chance, dass die Blüten an Weihnachten aufblühen. Mehr Informationen zum Thema findest Du hier.

dill Dill (Anethum graveolens) Bio

Der Dill ist eine mächtige einjährige Pflanze, die zunächst als Heilpflanze ihren Siegeszug in Mitteleuropa startete. Die Samen haben bekanntlicherweise verdauungsfördernde Wirkungsweisen und das war nachweislich schon den alten Ägyptern um 1400 v.Chr. bekannt. Damit gehört der Dill tatsächlich zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen.
Bei uns ist Dill auch als Gurkenkraut, Dillkraut, Dille oder Dillfenchel bekannt und gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Tatsächlich ist Dill das Standardgewürz für den frischen Gurkensalat und die eingelegten Gurken und passt ansonsten auch sehr gut zu Fischgerichten, Kräuterquark und zum Würzen von Saucen. Obwohl die Pflanze ursprünglich in Vorderasien beheimatet war, hat sie sich als Gewürz in den verschiedensten Küchen Europas fest etabliert und gehört zu den am meisten angebauten Küchenkräutern in Mitteleuropa.

Der Name ‚Dillfenchel‘ kommt wohl daher, dass sich Fenchel und Dill optisch sehr ähneln. Sobald man aber daran riecht oder die Blätter probiert, weiß man sofort, mit welcher der beiden Pflanzenarten man es zu tun hat, denn beide enthalten viele ätherische Öle und duften daher ganz charakteristisch..

Dill wird zwischen 30 und 80 cm hoch. Die Blätter sind sehr auffällig: Weich, stark gefiedert und damit fast wie Nadeln aussehend. Im ausgewachsenen Zustand kann ein Blatt 30-40 cm groß sein. Meistens hat die Pflanze insgesamt eine leuchtende grüne Farbe.

Die Blütezeit ist Juli und August. In dieser Zeit bildet die Pflanze die großen schönen Doppeldolden aus von leuchtend gelber Farbe. Eine Blüte hat durchaus 10-15 cm im Durchmesser. Insgesamt eine sehr schöne und üppige Pflanze, die sich auch gut im Blumenbeet als Lückenfüller aussäen lässt.

Tipps & Tricks für den Anbau:

Dill kann ab Mitte April bis in den August hinein im Freiland oder auch in Töpfen ausgesät werden. Da die Pflanze zu den Tiefwurzlern gehört, sollte man jedoch entsprechend hohe Töpfe verwenden.  Entweder in Reihen oder breit gestreut ca. 0,5 mm tief aussäen. Dill braucht 2-3 Wochen zum Auflaufen. Später sollten die Pflanzen auf einen Pflanzabstand von 20 cm ausgedünnt werden. Bevorzugt sind sonnige Standorte mit frischen, durchlässigen, feuchten Böden.

Mischkultur: Dill ist unverträglich mit Basilikum, Fenchel, Gartenkresse, Kümmel und mit sich selbst. Man sollte also den Standort regelmäßig wechseln. Andererseits fördert er in Mischkultur das Auflaufen von Gurken, Kohl, Karotten, Rote Bete, Salat und Zwiebeln und wirkt abwehrend gegen Kohlweißling und Blattläuse sowie gegen Wurzelschädlinge wie der Möhrenfliege.

Ernte & Verarbeitung

Man verwendet für die Küche meistens nur die sogenannten Dillspitzen ( also die Blattspitzen). Diese sind natürlich am aromatischsten, wenn sie direkt vor der Verwendung frisch geschnitten werden. Es ist aber auch möglich sie zu trocknen oder einzufrieren.
Ernte: Durch zeitversetzten Anbau mit mehreren aufeinanderfolgenden Aussaaten, kann die Ernte kontinuierlich von Ende Mai bis Oktober erfolgen.
Lagerung: Aufbewahrt wird Dill am besten in einem Temperaturbereich um 0 °C und einer relativen hohen Luftfeuchte von 95 %. Wird Dill zusätzlich in Folie eingepackt, hält er sich bis zu 20 Tagen im Kühlschrank.

Dill-Kulinarik

Dill ist eine sehr vielseitig verwendete Gewürzpflanze. Er wird für Salate verwendet. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter ist Dill genauso beliebt wie als Brotaufstrich. Er dient auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Blätter wie Dolden sind ein unverzichtbares Gewürz für eingemachte Gurken. Meist werden die Dillspitzen verwendet, in frischem Zustand, aber auch in getrockneter, tiefgefrorener oder gefriergetrockneter Form.

Gute Partner sind Gurken, Lachs und Dips auf Sauermilchbasis.

Hier ein paar tolle Rezeptideen:

Dillsuppe
Zutaten für 4 Portionen:

Zunächst den Dill waschen und trocknen. Dillspitzen zupfen und beiseite stellen. Die Stiele werden in der Brühe 5 Min. mitgekocht.
Die Zwiebel würfeln, in Butter anschwitzen und mit dem Wein ablöschen. Die Dillstiele aus der Brühe fischen, die Brühe zu der Zwiebel geben und kurz aufkochen lassen.
Ein paar Dillspitzen zu Dekoration zur Seite legen, den Rest sehr fein hacken und dann in die Suppe geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Viertelstunde auf kleiner Flamme kochen lassen. Eigelb und Sahne vermischen und in die Suppe rühren (Legieren). Nicht mehr kochen! Mit einem Stabmixer die Suppe ansprechend aufschäumen.
Die fertige Suppe in Teller füllen und zuletzt mit den restlichen Dillspitzen dekorieren.

Lachstatar verfeinert mit Dill und Apfel
Zutaten für 4 Personen:

Limette heiß waschen und trocknen. Einen guten TL Schale fein abreiben (Nur das grün !). Dann die Limette auspressen, den Apfel waschen, vierteln, entkernen und fein würfeln. Mit Limettensaft und der geriebenen Schale sowie mit ca. 1 TL Zucker und etwas Salz verrühren. Anschließend das Öl einrühren.
Den Dill waschen, trocknen und fein schneiden. Lachs mit kaltem Wasser abspülen, sehr trocken tupfen und fein (nach Gusto) würfeln. Lachswürfel mit dem Dill unter den Apfel-Öl-Mix mengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kalt stellen. Achtung, nach Kühlung lässt der Geschmack etwas an Intensität nach. In schöne Gläser füllen. Nach Belieben mit Dill dekorieren.