Echter Thymian (Thymus vulgaris) Bio

thymian
Echter Thymian ist sicherlich eines der vielseitigsten Kräuter, die ein Garten nur beherbergen kann – anders gesagt: Es gibt wenige Gründe, dem Kräutergarten dieses Gewächs vorzuenthalten, denn es ist winterhart, schmackhaft und wächst auf trockenen und nährstoffarmen Böden, solange er nur genügend Sonne bekommt.
Historisch wird Thymian bereits in der Antike von Plinius und im Mittelalter schon bei Hildegard von Bingen erwähnt. Echter Thymian wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2006 gewählt.
Er kann im frischen und getrocknetem Zustand unter anderem in Suppen, Eintöpfen, Fisch- und Fleischgerichten und Würsten Verwendung finden.
Thymian ist ebenfalls eine sehr alte Heilpflanze, die vor allem bei Erkrankungen der Atemwege zum Einsatz gebracht wird. Nahezu alle kommerziell erhältlichen Hustensäfte enthalten einen Anteil Thymian, da er schleim- und krampflösend wirkt und gleichzeitig durch seine antiobiotischen Eigenschaften die Auslöser des Hustens bekämpft. Seine Blüten sind eine hervorragende Bienenweide.

Tipps & Tricks für den Anbau:

Ausdauernder Halbstrauch. Winterhart. Liebt viel Sonne und durchlässige, kalkhaltige Böden. Staunässe vermeiden.
Aussaat: Keimt bei Vorkultur sehr gut. Saatgut auf das Substrat streuen, andrücken und warm stellen. Wächst im Garten ebenso wie im Kübel.
Der Anbau benötigt nicht viel Pflege.Man sollte jedoch darauf achten, beim Überwintern im Garten ausreichend zu gießen. In der Ruhephase kann man ihn auch durchaus zurückstutzen.

Ernte & Verarbeitung

Man kann den Thymian am einfachsten mit einer Schere schneiden. Geerntet wird er an seinem sonnigen Standort direkt am Morgen bevor es warm wird. Thymian sollte man bevorzugt ernten kurz bevor er blüht, weil der Gehalt an ätherischen Ölen dann am höchsten ist.
Getrocknet werden kann Thymian direkt in der Sonne oder im Backofen. Er eignet sich auch zum Einfrosten.

Thymian trocknet man im Backofen bei geringer Hitze. Optimal sind 35°C. Bei dieser Temperatur dauert das aber einige Stunden bis die komplette Feuchtigkeit entzogen ist. Gute Öfen können die Feuchtigkeitsreduktion dazuschalten. Die einfacheren Öfen oder wenn 35°C nicht einstellbar sind, bei höherer Temperatur (max 50°C ) die Tür einen Spalt geöffnet lassen (leider nicht gerade energiesparend).

Thymian-Kulinarik

Vor allem in der mediterranen Küche findet er Verwendung und gibt vielen Gerichten ihr urtypisches Aroma. Er passt hervorragend zu Eintöpfen, Suppen, Fisch und Fleischgerichten und er ist essentieller Bestandteil des bekannten Kräuterbündels ‚Bouquet Garni‘.

Hier ein paar tolle Rezeptideen:

Zander-Filet mit Kräuter der Provence im Bratschlauch
Kräuter der Provence ist eine verbreitete aromatische Gewürzmischung aus Rosmarin, Majoran, Oregano, Thymian und manchmal auch Bohnenkraut.

Zutaten:

Den Fisch trockentupfen und von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zander-Filets in einen Bratschlauch flach einlegen.
Zwiebel in Ringe schneiden und im Öl anbraten, die Zucchini in Scheiben kurz mit dazu geben. Die angebratene Zwiebelringe und Zucchini auf die Zander-Filets verteilen.
Kräuter der Provence hinzufügen. 1 Tl Butter darauf setzen. Beutel verschließen.
Den Backofen auf 175°C vorheizen, den Schlauch auf ein Blech setzen und 20-25 Minuten garen.
Wenn man jede Portion in einem eigenen Beutel zubereitet und serviert, beeindruckt man den Gast beim Öffnen des „Paketes“ mit einem fantastischen Duft.
Dazu passt ein frischer knackiger Blattsalat und Baguette.

Kartoffelgratin mit frischem Thymian
Zutaten:

Kartoffeln schälen, waschen und in dünne Scheiben hobeln oder schneiden. Milch, Sahne, Butter, Knoblauch und Gewürze zusammen in einem Topf aufkochen.
Eine große Auflaufform mit Butter einfetten. Kartoffeln leicht überlappend in die Form schichten und die heiße Flüssigkeit angießen.
Die Form in den Ofen geben und bei 150° ca. 90 min. garen. Auf die Bräunung achten und gegen Ende der Zeit ggf. mit Alufolie abdecken.
Hausrezept Thymian-Hustensaft
Zutaten:

8 mittelgroße Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden. In einem Kochtopf die Zwiebeln, 3 Esslöffel Zucker und 2 Liter Wasser mindestens eine Stunde köcheln lassen (mit Deckel).
Nun frischen Thymian (alternativ getrocknet) in den Topf geben. 6 cm einer frischen Ingwerwurzel dünn schälen und in feine Scheiben schneiden. Ebenfalls in den Topf geben.
Nun das Ganze nochmals ca. 30 min. leicht kochen lassen. Dann den doch heißen Sud durch ein Teesieb abgießen. Nach Geschmack noch Zitronensaft und Honig zugeben.
Dieser Saft sollte möglichst heiß getrunken werden, natürlich ohne sich zu verbrennen.