Rote Spitzpaprika ‚Marconi Rosso‘ Bio

spitzpaprika
Diese alte italienische Sorte ist sehr ertragreich. In der Küche eignen sich die Paprikaschoten vor allem zum Braten, Grillen oder auch einlegen. Also eine gute Sorte für Antipasti und Vorspeisen im Allgemeinen.

Die historische Heimat von Capsicum annuum ist wahrscheinlich das heutige Mexiko. Das Verbreitungsgebiet vor der Entdeckung Amerikas umfasst den Bereich des heutigen Texas bis Kolumbien.
Danach verbreitete sich die Pflanze unterstützt durch die große Ausdehnung der Kolonialgewalt Portugals schnell über die ganze Welt.
Nach Europa gelangten die Paprika allerdings über den Balkan, wo sie über das osmanische Reich eingeführt wurden.
Lange Zeit wurden die in Nord-Europa gezüchteten Capsicum-annuum nur als Zierpflanzen genutzt, erst um 1800 gab es einige Anweisungen zur kulinarischen Nutzung der Früchte. Zumeist waren deutliche Warnungen vor der Schärfe beigefügt, was bei dieser Sorte allerdings nicht notwendig ist.

Obwohl alle Paprika – ob mild oder scharf – derselben Gattung zuzuordnen sind, gibt es in den sprachlichen Varietäten der deutschen Sprache eine begriffliche Unterscheidung zwischen den großen (Gemüsesorten) und den kleinen, scharfen. In Deutschland heißt das Gemüse die Paprika, in Süddeutschland auch gerne der Paprika, wie auch in Österreich. In der Schweiz heißt das Gemüse wie in Italien die Peperoni. In Deutschland wiederum heißen kleine und oft scharfe FrüchtePeperoni oder Chili und auch selten Pfefferoni. Weiter sind Bezeichnungen wie Spanischer Pfeffer, Roter Pfeffer oder Cayennepfeffer gebräuchlich.
Im Englischen ist bei Gemüsepaprika bell pepper (‚Glockenpaprika‘) oder sweet pepper, bei scharfen Paprika von chile pepper oder hot pepper gemeint. Pepperoni (auch Peperoni) dagegen bezeichnet im Englischen eine Wurst, welche mit Paprika gewürzt ist.

Tipps & Tricks für den Anbau:

Aussaatzeit ab Mitte Februar/ Ende März drinnen bzw 8-10 Wochen vor den letzten Frösten. Die optimale Keimtemperatur beträgt: +25-28°C, heller und warmer Standort ist absolut notwendig. Die Keimdauer kann bis zu 2 Wochen dauern. Nach dem Keimen die Pflanzen wieder kühler stellen bei ca. +20°C und erst 2-3 Wochen nach der Aussaat die Pflanzen pikieren, wenn sich das erste Blattpaar voll ausgebildet hat. Dabei sollten die Wurzeln eingekürzt werden, um ein gesundes Wurzelwachstum anzuregen.
Auspflanzen ab Mitte Mai bis Anfang Juni nach den letzten Nachtfrösten. Zuvor sollten die Pflanzen einige Tage abgehärtet werden. Angießen nicht vergessen.

Paprika brauchen gut gelockerte, durchlässige Böden mit einem hohen Humusanteil. Sie mögen keine Staunässe, wollen aber auch nie ganz austrocknen.
Paprikapflanzen lieben Wärme und gedeihen am besten im Gewächshaus. Das heißt nicht, dass es unmöglich ist, sie draußen wachsen zu lassen. Wählen Sie aber den wärmsten und geschütztesten Platz in Ihrem Garten, um Paprikas zu züchten oder denken Sie bei Bedarf an einen Schutzvlies.
Paprikas sind Starkzehrer, d.h. sie brauchen ausreichend guten Dünger und tatsächlich sehr viel Wasser.

Ernte & Verarbeitung

Am besten erntet man bereits im Übergangsstadium zur kompletten Reife, dann hat man knackige und aromatische Schoten mit einem ausgezeichneten Aroma.
Die Lagerung sollte kühl und dunkel sein und 10 Tage nicht überschreiten.

Spitzpaprika-Kulinarik

Die Gemüsepaprikasorte ‚Marconi Rosso‘ ist eine traditionelle milde italienische Sorte mit spitz zulaufenden leuchtend roten Früchten. Diese sind ca. 15-20 cm lang, dünnhäutig und mit kleinen Kammern.

Milde Paprika werden als Gemüse in vielen Landesküchen genutzt, unter anderem in der französischen.
Die Einführung der Gewürzpaprika in die französische Küche ist auf den Kochgott Auguste Escoffier zurückzuführen. Er ließ das Paprikapulver um 1880 aus Ungarn nach Monte Carlo kommen und verhalf damit dem „ungarischen Gewürz“ internationale Beachtung.

Zu den Gerichten, die er servierte, gehörte das mittlerweile klassische„Poulet au Paprika“ (Paprikahuhn) – und das ungarische Gulasch. Ratatouille wäre ohne Paprika unvorstellbar.

Nachdem durch Züchtungen mehr milde Sorten verfügbar waren, setzte sich die Verwendung als Gemüse immer mehr durch. Wie auch beim scharfen Paprika ist die Verwendung des Gemüsepaprika sehr vielseitig.

Hier ein paar tolle Rezeptideen:

Rote Spitzpaprika mit Käse und Spinat gefüllt
Zutaten für 4 Personen:

Den Spitzpaprika waschen und Deckel abschneiden. Kerne und Häutchen entfernen, beiseite stellen.
Den Feta in eine Schüssel zerkrümeln. Knoblauch fein wiegen. Kürbiskerne hacken und den aufgetauten Spinat ausdrücken.
Knoblauch, Kerne, Spinat und die glattgerührte Creme fraiche mit dem Feta mischen. Diese Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Löffel in die Paprika füllen. Den Deckel mit Hilfe eines kleinen Spießes oder Zahnstocher fixieren. Die Schinkenscheiben um die Paprika wickeln und in einer Pfanne mit heißen Olivenöl von allen Seiten anbraten. Bei mittlerer Temperatur und mit Deckel ca. 20 Minuten garen.
Als Beilage schmecken Kartoffelstampf oder Basmatireis.

Rote Spitzpaprika nach Balkanart eingelegt
Zutaten für 4 Portionen:

Die Paprikaschoten waschen und vom Kerngehäuse mit Häutchen säubern.
Wasser mit Zucker, fein geschnittenem Knoblauch und einer Prise Salz aufkochen. Dann Essig, Öl und eine Prise Pfeffer Salz dazugeben. Die Paprika ins kochende Wasser legen. 3 Minuten kochen lassen. Nochmal abschmecken.
Eine hitzebeständige Schüssel mit in Ringe geschnittener Zwiebel und fein gehackter Petersilie auslegen. Paprika mit Sud in die Schüssel geben.
Mit Deckel mindestens 8 Stunden durchziehen lassen.
Diese Beilage hält sich im Kühlschrank mehrere Tage. Passt gut zu Steaks oder zu Blattsalaten.